Dank der getroffenen Massnahmen hat sich die Situation in Norditalien verbessert: Im zweiten Halbjahr 2010 wurden deutlich weniger neue Fälle gemeldet. Die Tollwut hat sich auch nicht weiter ausgebreitet. Die betroffenen Regionen sind dieselben geblieben, am stärksten betroffen ist die Provinz Belluno.
Diese vergleichsweise günstige Situation ist auf die Anstrengungen der italienischen Gesundheitsbehörden zurückzuführen. Im letzten Jahr wurden vier Impfkampagnen durchgeführt. Jedes Mal wurden gegen 650‘000 Köder verteilt auf einer Fläche von über 32‘000 Quadratkilometern. Im Sommer wurden die Köder im Gebirge sogar per Helikopter verteilt bis auf eine Höhe von 2300 Metern.
Es wurde auch ein Programm zur Überwachung der Fuchspopulation gestartet. Es hat gezeigt, dass die Impfkampagne wirksam ist. Erlegte oder tot aufgefundene Füchse wurden untersucht und gemäss dieser Analyse hatten zwischen 40 und 70 Prozent der Füchse den Impfstoff geschluckt und waren demnach geschützt.
Neben dieser Kampagne zum Schutze der Wildtiere bleibt die Tollwutimpfung der Hunde (und einiger Nutztiere) eminent wichtig. Dies nicht zuletzt, um zu verhindern, dass sich Menschen mit dieser heimtückischen Krankheit anstecken.
Die Impfkampagnen in Italien werden sicher 2011 und 2012 weitergeführt – es kann aber auch sein, dass sie noch länger nötig sein werden. Internationale Standards empfehlen, dass während mindestens zwei Jahren nach Auftreten des letzten neuen Falles weiter geimpft wird.
Eine solche Impfkampagne hat natürlich ihren Preis: Sie verursacht für Italien und die Europäische Union, die einen Teil der Kampagne finanziert, Kosten in der Höhe von mehreren Millionen Euro. Das Beispiel zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, frühzeitig zu reagieren, wenn eine Epidemie droht. Mit drastischen Massnahmen zu Beginn kann eine langandauernde und teure Kampagne unter Umständen verhindert werden.
Die Situation für die Schweiz ist im Moment dank der in Italien getroffenen Massnahmen nicht besorgniserregend. Die Tollwut ist in Europa aber noch lange nicht ausgerottet. In Kroatien beispielsweise stellt sie ein Problem dar. Man muss die Krankheit nach wie vor im Auge behalten. Deshalb auch die Empfehlung an alle, die mit ihrem vierbeinigen Gefährten ins Ausland reisen: Vergessen Sie nicht, ihr Tier gegen Tollwut zu impfen! Weitere Informationen finden Sie in der Online-Datenbank „Mit Hund oder Katze über die Grenze“.
Quelle: Bundesamt für Veterinärwesen BVET
